Weine aus Rioja

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Wein aus Rioja

Das bekannteste Weinbaugebiet Spaniens ist unterteilt in die Bereiche Rioja Baja und Rioja Alta. Entlang des Flusses Ebro wachsen auf 60.000 Hektar vor allem Tempranillo und Garnacha Tinto. Ein strenges Weingesetz mit den Qualitätsstufen joven, Crianza, Reserva und Gran Reserva wird vom Consejo Regulador strengstens überwacht. Mit großen Bordeaux als Vorbild werden die meisten Weine im Barrique ausgebaut. Viele Weingüter haben in den letzten Jahren mit EU-Beihilfen in moderne Architektur investiert und so hat das Gebiet inzwischen eine Vorreiterrolle in Technologie und Optik, was Rioja auch zu einem attraktiven Touristenziel macht.

Geschichte über den Wein aus Rioja

Die im Norden Spaniens gelegene Region Rioja ist eine der bekanntesten und bedeutendsten Weinbaugebiete des großen Landes. Vor allem die hiesigen Rotweine, die hauptsächlich auf der edlen Tempranillo-Traube basieren, genießen unter Weinfreunden und Fachleuten bereits seit langem einen ausgezeichneten Ruf. Die großen Kellereien der Rioja begannen bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit der Produktion hochwertiger Qualitätsweine, nachdem ihnen durch französische Weinmacher das entsprechende Know-how vermittelt worden war. Diese Franzosen, die ihre Heimat wegen der damals dort grassierenden Reblausplage verlassen hatten, informierten ihre spanischen Kollegen über den richtigen Einsatz von Barriquefässern und unterrichteten sie auch in weiteren modernen Methoden der Weinbereitung. Die neuen Verfahren wurden von den Kellermeistern der Rioja konsequent umgesetzt und ihre Bemühungen durch eine ständige Verbesserung der Weinqualität belohnt. Im Jahre 1991 schließlich erhielt die Rioja die höchste Auszeichnung, die ein spanisches Weinbaugebiet erringen kann: den Status einer DOCa – einer besonders qualifizierten Herkunftsregion.

Sonnenuntergang

Klima in Rioja

Die hohe Qualität der riojanischen Weine ist nicht nur auf die sorgfältige Weinbergspflege und die engagierte Kellerarbeit zurückzuführen, sondern auch auf den besonderen Charakter des hiesigen Klimas, das eine einzigartige Mischung dreier unterschiedlicher Klimatypen darstellt. Denn in der Rioja treffen atlantische, kontinentale und mediterrane Einflüsse aufeinander, die sich hier miteinander vermischen sich oder zum Teil auch gegeneinander wirken. Die atlantischen Klimaeinflüsse rühren vom nur etwa 100 bis 150 Kilometer entfernten Ozean her. Sie bringen Niederschläge und feuchte Luftströmungen mit sich, die im Sommer eher kühl und im Winter verhältnismäßig mild ausfallen. Allerdings wird ein Teil dieser atlantischen Strömungen durch das parallel zur Küste verlaufende Kantabrische Gebirge abgefangen. Westlich und südlich der Rioja befindet sich die zentralspanische Hochebene, die so genannte „Meseta“. Hier herrscht fast durchweg ein streng kontinentales Klima, das sich zum Teil auch in der Rioja bemerkbar macht – im Sommer durch längere Perioden der Trockenheit sowie im Winter durch gelegentliche Fröste. Von Osten her wird die Region schließlich von mediterranen Klimaströmungen beeinflusst. Sie dringen vom Mittelmeer aus über das Tal des Ebro bis in die Rioja vor und bringen vor allem im Sommer sehr warme Luftmassen mit sich.

Sonnenuntergang

Rebsorten

In der Rioja werden vor allem rote Traubensorten angebaut – sie belegen etwa 90 Prozent der Gesamtrebfläche –, während weiße Varietäten in der Minderzahl sind.

Die wichtigsten Traubensorten:

Rote Rebsorten:

  • Tempranillo
  • Garnacha Tinta
  • Mazuelo (Carinena/Carignan)
  • Graciano

Weiße Rebsorten:

  • Viura (Macabeo)
  • Garnacha Blanca
  • Malvasía de Rioja

Qualitätsstufen

Auf der untersten Stufe der spanischen Qualitätspyramide steht der „Tafelwein“ – auf Spanisch „Vino de Mesa“ (VdM) genannt. In der Rioja spielt diese Qualitätsstufe allerdings so gut wie keine Rolle. Die nächsthöhere Stufe des Qualitätssystems wird vom „Landwein“, dem „Vino de la Tierra“ (VdlT) gebildet. In der Rioja war diese Qualitätsstufe lange Zeit weitgehend bedeutungslos; dies änderte sich erst, als im Jahre 2003 die Landwein-Appellation „Valles de Sadacia“ geschaffen wurde, die sich vollständig innerhalb der DOCa Rioja befindet. Mit der nächsten Stufe der spanischen Produkthierarchie beginnt dann der Bereich der Qualitätsweine, an deren Güte und Herstellungsweise das Gesetz weitaus strengere Anforderungen stellt als an die Landweine. Die unterste Kategorie in diesem Bereich ist der „Vino de Calidad con Indicación Geográfica“ (VCIG). Bis jetzt gibt es allerdings nur wenige Regionen, deren Weine mit diesem erst 2003 eingeführten Begriff etikettiert sind. Die nächste und wesentlich bekanntere Qualitätskategorie heißt „Denominación de Origen“ (DO). Dieser Name besagt, dass die so gekennzeichneten Weine aus gesetzlich geschützten Anbaugebieten stammen. Im Moment gibt es in Spanien 67 DO-Gebiete, die meistens (aber nicht immer) um einiges kleiner als die Vino-de-la-Tierra-Regionen sind, mit denen sie sich zum Teil auch überschneiden. Noch ein Stück höher angesiedelt ist die Qualitätsstufe „Denominación de Origen Calificada“ (DOCa). Hier gelten noch strengere und anspruchsvollere Anforderungen als bei den DO-Weinen. Zurzeit gibt es in Spanien nur zwei Gebiete mit DOCa-Status: die Rioja und das Priorat. Die 2003 in Spanien eingeführte Qualitätsbezeichnung „Vino de Pago“ schließlich bezieht sich nicht auf ein größeres Gebiet, sondern auf eine Einzellage („Pago“ bedeutet so viel wie „Weinberg“ oder auch „Weingut“). Bis jetzt gibt es allerdings nur wenige Güter und Lagen, deren Weine sich mit der Bezeichnung „Vino de Pago“ schmücken dürfen – sie befinden sich allesamt außerhalb der Rioja, so dass diese Qualitätskategorie hier bislang noch nicht zu finden ist. Die meisten Weine der Rioja tragen also die Qualitätsbezeichnung „DOCa“, während die übrigen spanischen Qualitätsbegriffe hier nicht oder kaum zur Anwendung kommen. Das macht das Ganze eigentlich recht einfach, allerdings ist zu berücksichtigen, dass Rioja-Weine in unterschiedlichen Reifestufen angeboten werden können: Joven, Crianza, Reserva und Gran Reserva.

Weinfässer

Anbaugebiete

Die Weinbauregion Rioja erstreckt sich über eine Länge von etwa 100 Kilometern von Nordwesten nach Südosten. Sie gliedert sich in drei Unterzonen: die Rioja Alta im Nordwesten, die Rioja Baja im Südosten und die Rioja Alavesa ganz im Norden.

Die großen Anbauregionen:

Die Unterzonen der Weinbauregion Rioja::

  • Rioja Alta
  • Rioja Alavesa
  • Rioja Baja