Möchten Sie mehr über Rheingau-Weine erfahren?
Steigen Sie jetzt in das Weinseminar Wissensdurst ein. Erfahren Sie alles über Rheingau-Weine. Lernen Sie die typischen Aromen von Rheingau-Weinen kennen und genießen Sie köstliche Tropfen dazu.
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Wenn Riesling zu „Ersten Gewächsen“ heranwächst und malerische Weingüter auf den Hügeln thronen, dann sind Sie im Rheingau. Der Legende nach soll auf Schloss Johannisberg der „Spätlesereiter“ 1775 durch seine Verspätung für edle Süßweine gesorgt haben und noch heute stehen Namen wie Johannisberg oder Rüdesheim für Große Weine. Riesling dominiert mit Abstand die Rangliste, aber auch samtige Rotweine sind in der Spätburgunder-Hochburg Assmannshausen zu finden. Nicht zu vergessen ist auch Geisenheim, Heimat der führenden Forschungsanstalt für Weinbau und Ausbildungsstätte für die deutsche Jungwinzergeneration.
Hier eine Auswahl unserer besten Weine aus dem Weinbaugebiet Rheingau:
Obwohl der Rheingau nicht zu den größten deutschen Weinbaugebieten gehört, ist er doch eines der berühmtesten. Der Grund für den hohen Bekanntheitsgrad dieser Gegend ist zum einen ihre klimatisch besonders begünstigte Lage und die daraus resultierende exzellente Qualität ihrer Weine und zum anderen ihre große Tradition, die mit so wohl klingenden Namen wie Kloster Eberbach, Schloss Vollrads oder Schloss Johannisberg verbunden ist. Wenn man sich den Verlauf des Rheines ansieht, so fließt dieser in Deutschland meist von Süd nach Nord – nicht jedoch im Rheingau (das heißt zwischen den Städten Wiesbaden und Bingen) wo der Fluss in einem breiten Bett von Ost nach West fließt. Die fast ausschließlich auf seinem Nordufer gelegenen und damit strikt nach Süden hin ausgerichteten Weinberge des Rheingaus erhalten dadurch ein besonders hohes Maß an Wärme und Sonnenschein. Sie sind zu 80 Prozent mit Riesling-Reben bestockt, die hier zum Teil auf Steillagen, zum Teil aber auch auf sanft ansteigenden Hängen oder in eher flachem Gelände wachsen. Nachdem der Rheingau bereits im Mittelalter ein wichtiges Zentrum der Weinproduktion war und seine feinen Tropfen im 19. Jahrhundert weltweit höchstes Ansehen genossen, verlor er in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts etwas von seinem Renommee, da überhöhte Erträge damals das Geschmacksniveau vieler hiesiger Weine senkten. Doch engagierte Familienweingüter starteten ab den 1990er-Jahren eine breit angelegte Qualitätsoffensive, so dass der Rheingau inzwischen viel von seinem alten Ruhm zurückgewonnen hat. Es werden hier vor allem charaktervolle Riesling-Weine hergestellt, die etwas mineralischer und schwerer ausfallen als zum Beispiel die Rieslinge aus dem Moseltal. Zweite wichtige Rebsorte des Rheingaus ist der Spätburgunder, der hauptsächlich rund um das romantische Städtchen Assmannshausen angebaut wird und hier besonders samtige, vollmundige Rotweine ergibt.
Der Rheingau genießt ein ausgesprochen mildes Klima, denn die hiesigen Weinberge werden durch das Rheingaugebirge, zu dessen Füßen sie liegen, vor atlantischen Tiefdruckgebieten und kühlen Nordwestwinden geschützt. Das zum Taunus gehörende Rheingaugebirge ist über weite Strecken bis zu 600 Meter hoch und bildet so ein wirksame „Schutzmauer“ für die im Rheintal liegenden Rebflächen. Diese sind fast alle nach Süden hin ausgerichtet und können die Sonneneinstrahlung daher optimal ausnutzen. Hinzu kommt, dass das Bett des Rheins hier relativ breit ist, so dass die Wasseroberfläche des großen Flusses nicht nur das Sonnenlicht reflektiert, sondern auch einen perfekten Wärmespeicher bildet. Die Weinreben profitieren stark von diesen einzigartigen Bedingungen: Ihre Trauben gelangen problemlos zur Vollreife und genießen eine lange Vegetationsperiode, so dass hier auch viele Spät- und Auslesen produziert werden können.
Im Rheingau dominiert die weiße Riesling-Traube, die hier fast 80 Prozent der Anbaufläche belegt. Ergänzt wird sie durch die rote Sorte Spätburgunder, auf die weitere 12 Prozent der Rebfläche entfallen. Andere Varietäten spielen hier dagegen nur eine untergeordnete Rolle.
Weine aus Deutschland werden in vier Kategorien eingeteilt. Auf der untersten Stufe steht der Wein ohne genauere Herkunftsbezeichnung – traditionell auch Tafelwein genannt. Die nächsthöhere Qualitätsstufe wird vom Landwein gebildet, wobei die entsprechenden Produkte aus dem Rheingau die Bezeichnungen „Rheingauer Landwein“ oder auch „Landwein Rhein“ tragen. Die dritte Gütekategorie ist der „Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete“ – abgekürzt QbA. Die so klassifizierten Tropfen müssen einen sorten- und gebietstypischen Charakter aufweisen und werden einer amtlichen Qualitätsprüfung unterzogen. Die höchste Stufe schließlich bildet der „Prädikatswein“. An diese Weine werden sehr hohe geschmackliche Anforderungen gestellt, und auch für die Weinbereitung gelten um einiges strengere Vorschriften als für die einfachen QbA-Weine. Die Gruppe der Prädikatsweine ist ihrerseits in sechs Unterkategorien aufgeteilt, in welche die Weine je nach Lesezeitpunkt und geschmacklichem Grundcharakter eingeordnet werden. Diese Kategorien heißen Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein. Seit dem Jahr 2000 gibt es in Deutschland unabhängig von dieser vierstufigen Pyramide noch zwei weitere Qualitätsbezeichnungen: „Classic“ und „Selection“. Der Begriff Classic ist für besonders klassische regionaltypische Weine bestimmt, die nach speziellen Richtlinien vinifiziert wurden. Die Stufe Selection ist noch hochwertigeren Tropfen vorbehalten, deren Produzenten besonders strikte Anforderungen zu erfüllen haben. Die Weine beider Qualitätsstufen müssen aus Rebsorten gekeltert sein, die als besonders typisch für das jeweilige Anbaugebiet gelten. Im Rheingau gibt es darüber hinaus seit 1999 noch ein besonderes Gütezeichen. Es heißt „Erstes Gewächs“ und ist auf dem Etikett nicht nur an dem entsprechenden Schriftzug, sondern auch an einem besonderen Logo erkennbar, das drei romanische Fensterbögen zeigt. Ein Rheingauer Wein mit der Bezeichnung Erstes Gewächs muss aus einer wissenschaftlich klassifizierten Lage stammen und eine anspruchsvolle sensorische Qualitätsprüfung bestanden haben. Weiterhin ist den Winzern vorgeschrieben, für solche Weine nur handgelesene Trauben aus ertragsreduziertem Anbau zu verwenden.
Der Rheingau erstreckt sich über nur etwa 30 Kilometer Länge, umfasst aber immerhin etwa 3.100 Hektar Rebfläche. Er ist in 11 Groß- und 129 Einzellagen gegliedert. Ein Großteil des Gebietes ist im Weinbaubereich Johannisberg zusammengefasst, der allerdings nicht mit der Einzellage „Schloss Johannisberg“ verwechselt werden sollte. Sehr bekannt sind auch die einzelnen Weinorte des Rheingaus, von denen Eltville, Oestrich-Winkel, Geisenheim und Rüdesheim sowie Assmannshausen besonders hervorzuheben sind.
