Loire

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Wein aus Loire

Die Loire ist einer der großen Weinflüsse Frankreichs und von der Ausdehnung her die wohl weitläufigste Anbauregion des Landes. Der mehr als 1.000 Kilometer lange Fluss, an dessen Ufern Genuss und Lebensfreude groß geschrieben werden, liefert eine bunte Vielfalt sehr ansprechender Weine in allen Qualitätsstufen.

Geschichte über den Wein der Loire

Anders als die in der Nähe des Mittelmeers gelegenen französischen Weinregionen hat die Loire keine bis weit in die Antike zurückreichende Weinbautradition. Zwar ist wohl davon auszugehen, dass die Römer auch hier Weinbau betrieben, aber wirklich gesicherte Belege für den Rebanbau an der Loire liegen erst für das frühe Mittelalter vor. Einen wichtigen Aufschwung nahmen die hiesigen Weine, als Heinrich Plantagenet, Graf von Anjou, im Jahre 1154 König von England wurde: Er brachte sich Loire-Weine aus seiner Heimat mit und machte sie auf den britischen Inseln bekannt. Auch die französischen Könige förderten das Ansehen der hiesigen Tropfen: Im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit residierten sie nämlich kaum in Paris, sondern hauptsächlich im weitaus ruhigeren Tal der Loire – die königlichen Schlösser Amboise, Blois und Chambord sind beeindruckende architektonische Zeugen dieser Epoche. Die Loire-Weine gewannen nun rasch an Bekanntheit und wurden bald nicht mehr nur nach England und in den Norden Frankreichs geliefert, sondern auch in die prosperierenden Niederlande exportiert. Ab dem 18. Jahrhundert ging es mit dem Loire-Weinbau allerdings langsam bergab: Während der Revolutionskriege wurden hier ganze Landstriche verwüstet, wodurch der Rebanbau für viele Jahre ruiniert war. Außerdem liefen die mittlerweile hoch angesehenen Bordeaux-Weine den Produkten von der Loire immer stärker den Rang ab. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts verschärfte sich die Konkurrenz durch andere französische Anbaugebiete noch weiter, denn die neuen Eisenbahnlinien erleichterten den landesweiten Weintransport enorm. Erst im Laufe des 20. Jahrhunderts konnte sich die Loire erneut einen guten Namen machen und mit hochwertigen Qualitätsweinen sowie angenehm zu trinkenden Konsumweinen den Markt zurückerobern.

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Klima in Loire

Auf ihrem langen Weg durch Frankreich durchfließt die Loire mehrere unterschiedliche Klimazonen, die sich grob in drei Bereiche aufteilen lassen: Am Oberlauf der Loire – im Südosten Frankreichs gelegen – herrscht gemäßigt kontinentales Klima mit warmen Sommern und recht kalten Wintern. Hier werden in erster Linie weiße Rebsorten angebaut. Der Unterlauf und das Mündungsgebiet des Flusses – im Nordwesten des Landes am Rande der Bretagne gelegen – wird dagegen von atlantischen Einflüssen dominiert. Hohe Luftfeuchtigkeit, rasche Wetterwechsel und relativ milde Temperaturen sind die Charakteristika dieser meeresnahen Gegend. Auch hier werden vor allem weiße Varietäten kultiviert. An der mittleren Loire schließlich herrscht ein atlantisch-kontinentales Mischklima, das den Anbau einer großen Vielfalt weißer und roter Rebsorten ermöglicht.

Rebsorten

Die Loire ist zwar in erster Linie als Weißwein-Region bekannt, aber auch rote Rebsorten werden hier in vielen Gegenden erfolgreich angebaut.

Die wichtigsten Traubensorten

Rote Rebsorten

  • Cabernet Franc
  • Gamay
  • Grolleau
  • Pineau d’Aunis
  • Pinot Noir
  • Pinot Meunier
  • Cabernet Sauvignon

Weiße Rebsorten

  • Chenin Blanc
  • Sauvignon Blanc
  • Melon de Bourgogne
  • Chardonnay

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Qualitätsstufen

Das französische Herkunfts- und Qualitätssystem teilt die Weine in vier Kategorien ein. Mit jeder dieser Kategorien sind bestimmte Produkt- und Produktionsvorschriften verbunden, die sich auf die zulässigen Rebsorten, die Hektarhöchsterträge, die Weinbereitung, den Alkoholgehalt und vieles mehr beziehen können. Je höher die Qualitätsstufe, desto detaillierter und anspruchsvoller sind diese Vorgaben und Anforderungen. Die einfachste Kategorie stellt der „Vin de Table“ – der Tafelwein – dar, bei dem als Herkunftsbereich lediglich Frankreich angegeben wird. Die nächsthöhere Stufe wird vom „Vin de Pays“ – dem Landwein – gebildet, auf dessen Etikett eine größere Region als Herkunftsgebiet genannt ist. Nach der dritten Qualitätsstufe – der des „Vin Délimité de Qualité Supérieure (VDQS) –, die in der Praxis allerdings keine große Rolle spielt, kommt die höchste Kategorie des französischen Qualitätssystems: die des Weins mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung – des „Vin d’Appellation D’Origine Contrôlée“ (AOC oder AC). Die Größe der Appellationen kann sehr unterschiedlich sein, und sie können einander auch überschneiden oder untereinander eine Art Hierarchie bilden. Dabei gilt: Je kleiner das AOC-Gebiet, desto höher sind die Anforderungen, die an die hier erzeugten Weine gestellt werden. Mit ihren mehr als 30 AOC-Gebieten, 15 VDQS-Regionen und etwa 40 Vin-de-Pays-Gebieten gehört die Loire auch im Hinblick auf das Qualitätssystem zu den vielseitigsten Weinbauregionen Frankreichs.

Anbaugebiete

Die Loire entspringt im Zentralmassiv und fließt zunächst Richtung Norden. Im Raum der Stadt Orléans macht der Fluss dann einen Knick und fließt in westlicher Richtung weiter. Nachdem sie die Städte Tours, Angers und Nantes passiert hat, mündet die Loire schließlich im Atlantischen Ozean. Die Weinbaugebiete befinden sich vor allem an den unteren und mittleren Flussabschnitten, während an der oberen Loire nur vereinzelt Rebanbau betrieben wird. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Appellationen der weitläufigen Anbauregion:

Obere Loire:

  • Sancerre
  • Pouilly-Fumé / Pouilly-sur-Loire
  • Menetou-Salon
  • Quincy
  • Quincy

Mittlere Loire / Touraine:

  • Cheverny
  • Vouvray
  • Montlouis-sur-Loire
  • Jasnières
  • Bourgueil
  • Saint-Nicolas de Bourgueil
  • Chinon

Untere Loire:

  • Saumur
  • Saumur-Champigny
  • Anjou
  • Anjou Villages
  • Coteaux du Layon
  • Bonnezeaux
  • Chaume
  • Quarts de Chaume
  • Savennières
  • Muscadet
  • Muscadet-Sèvre-et-Maine