Jumilla

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Wein aus Jumilla

Das Weinbaugebiet Jumilla im Hinterland der südostspanischen Hafenstadt Alicante hat sich in den letzten Jahren einen sehr guten Ruf erarbeitet. Die auf einem kargen Hochplateau gelegene Region erbringt vor allem hochwertige Rotweine, die meist auf der edlen Monastrell-Traube, aber auch auf anderen einheimischen und internationalen Rebsorten basieren.

Geschichte über Jumilla

Der Weinanbau bildete in Jumilla bereits vor etwa 2.000 Jahren den wichtigsten Zweig der Landwirtschaft. Schon damals in römischer Zeit war diese Gegend für ihre kräftigen, körperreichen Rotweine bekannt. Auch als im Mittelalter während der Herrschaft der Mauren alkoholische Getränke nur geduldet waren, wurde der Rebanbau in Jumilla fortgeführt. Mitte des 19. Jahrhunderts lobte der vielgereiste spanische Geograph Pascual Madoz die gute Qualität der hiesigen Weine. Von der globalen Reblausplage, die Ende des 19. Jahrhunderts auch in Spanien wütete, blieben die Weinberge Jumillas verschont – vermutlich aufgrund der Höhenlage, der sandigen Böden und der hohen Temperaturen. Die Region profitierte damals von den weltweiten Produktionsausfällen und konnte ihre Exporte kräftig steigern. Im 20. Jahrhundert wurde die Weinerzeugung stark ausgeweitet, und bereits 1966 erhielt Jumilla den Status einer Denominación de Origen. Ende der 1980er-Jahre begann man hier – wie auch in zahlreichen anderen spanischen Weinbaugebieten – mit umfassenden Qualitätsverbesserungen. Genau zu diesem Zeitpunkt trat ein Ereignis ein, mit dem niemand gerechnet hatte: Die Reblaus suchte die Weinberge Jumillas heim! Da die hiesigen Reben wurzelecht waren, das heißt nicht auf reblausresistenten amerikanischen Unterlagsreben standen, wurden binnen weniger Jahre etwa 50 Prozent der Weinberge zerstört. Nach dem anfänglichen Schock nutzten die Winzer die Gelegenheit und pflanzten neben den bewährten einheimischen Varietäten auch internationale Premiumsorten an. Heute ist die Qualität der Weine aus Jumilla erstklassig, und Experten sagen der Region noch eine große Zukunft voraus.

Klima in Jumilla

Das Klima in Jumilla ist kontinental geprägt, weist aber auch mediterrane Einflüsse auf. Im Sommer kann es hier bis zu 40 Grad heiß werden, und im Winter sinken die Temperaturen nicht selten unter den Gefrierpunkt. Vom Mittelmeer her wehende Winde verhindern jedoch, dass die sommerliche Hitze und die winterliche Kälte noch extremer ausfallen. Die Niederschlagsmenge in Jumilla ist äußerst gering: Sie liegt bei nur etwa 300 Millimeter Regen im Jahr. Die meisten Niederschläge fallen im Frühjahr und Herbst, während es im Sommer so gut wie gar nicht regnet. Kommt es dies allerdings doch einmal dazu, so nehmen die Regenfälle hier sehr schnell unwetterartige Ausmaße an und können unter Umständen sogar die Trauben beschädigen. Die Höhenlage der Weinberge in Jumilla ist sehr unterschiedlich; die Bandbreite reicht von 400 bis 800 Metern. Die Folge sind große mikroklimatische Differenzen zwischen den einzelnen Bereichen dieser Anbauregion, die sich auch auf den Charakter der jeweils hier erzeugten Weine auswirken.

Rebsorten

In Jumilla werden hauptsächlich rote Rebsorten kultiviert; nur etwa zehn Prozent der Weinberge sind mit weißen Varietäten bestockt. Hauptrebsorte der Region ist die dunkle Monastrell-Traube, die international vor allem unter dem Namen Mourvèdre bekannt ist. Sie ergibt hochwertige würzig-aromatische Weine, die auch im Barrique ausgebaut werden können.

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Die wichtigsten Traubensorten

Rote Rebsorten

  • Monastrell
  • Tempranillo (Cencibel)
  • Garnacha Tintorera
  • Garnacha Tinta
  • Cabernet Sauvignon
  • Merlot
  • Syrah
  • Petit Verdot

Weiße Rebsorten

  • Airén
  • Macabeo
  • Pedro Ximénez
  • Malvasía
  • Chardonnay
  • Sauvignon Blanc
  • Moscatel de grano menudo

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Qualitätsstufen

Die Spanier haben das Qualitätssystem für ihre Weine in den letzten Jahren ständig modernisiert und den aktuellen Erfordernissen angepasst. Es ist dadurch sehr differenziert geworden und bietet Weinfreunden eine gute Orientierungshilfe. Das spanische System teilt die Weine in sechs Kategorien ein: Auf der untersten Stufe steht der Tafelwein – der „Vino de Mesa“. Hierbei handelt es sich meist um eher einfache Weine. Die nächsthöhere Stufe wird vom Landwein, dem „Vino de la Tierra“, gebildet. Zurzeit gibt es in Spanien etwas über 30 Vino-de-la-Tierra-Gebiete. Nach der dritten Qualitätsstufe, der des „Vino de Calidad con Indicación Geográfica“, die in der Praxis allerdings kaum eine Rolle spielt, kommt die wesentlich bekanntere Qualitätskategorie „Denominación de Origen“ (DO). Diese traditionsreiche und wichtige Bezeichnung gilt für die überwiegende Mehrheit der spanischen Qualitätsweine. Der Name besagt, dass sie aus einem der gesetzlich geschützten Anbaugebiete stammen, von denen es in Spanien zurzeit knapp 70 gibt. Noch etwas höher angesiedelt ist die Qualitätsstufe „Denominación de Origen Calificada“ (DOCa). Bis heute gibt es nur zwei Gebiete, die diesen herausgehobenen Status erreicht haben: die Rioja und das Priorat – beide im Norden Spaniens gelegen. Die Qualitätsbezeichnung „Vino de Pago“ schließlich bezieht sich nicht auf ein größeres Gebiet, sondern auf eine Einzellage. Dieser Titel soll dazu beitragen, Spitzenweine aus eng umgrenzten Weinbergslagen noch besser fördern und vermarkten zu können.tragen entweder die übergeordnete Bezeichnung „Vin de Pays d’Oc“ oder werden nach dem jeweiligen politischen Verwaltungsbezirk benannt – zum Beispiel „Vin de Pays de l’Aude“.

Anbaugebiete

Jumilla ist ein ausgedehntes, über 30.000 Hektar Rebfläche umfassendes Weinbaugebiet, das etwa 60 Kilometer westlich der Hafenstadt Alicante beginnt. Die Weinberge befinden sich auf einem Hochplateau, das zwischen der Mittelmeerküste und dem zentralspanischen Hochland liegt. Die Böden sind locker strukturiert, verfügen aber über eine gute Wasserspeicherkapazität. Sie sind nährstoffarm und an vielen Stellen von Kalkgestein durchzogen, das den hiesigen Weinen zu einer hohen Qualität verhilft.