Apulien

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Wein aus Apulien

Die im Südosten Italiens gelegene Region Apulien ist eines der größten Weinbaugebiete des Landes. Erzeugt werden hier vor allem würzig-aromatische Rotweine, die meist auf interessanten einheimischen Rebsorten basieren.

Geschichte über den Wein aus Apulien

Der Weinbau in Apulien kann wahrscheinlich auf eine über 3.000 Jahre alte Tradition zurückblicken. Besonders große Fortschritte machte die Weinkultur nach der Ankunft griechischer Siedler im 8. Jahrhundert vor Christus – sie brachten aus ihrer Heimat hochwertige Rebsorten mit und verbesserten auch die Methoden der Weinbereitung. Im 3. Jahrhundert vor Christus kam Apulien unter römische Herrschaft. Durch den Bau der Via Appia von Rom nach Brindisi und den Ausbau des Hafens von Brindisi gewann die südostitalienische Region erheblich an Bedeutung und versorgte nun zahlreiche Gebiete mit guten landwirtschaftlichen Produkten. Auch der apulische Wein wurde in dieser Zeit bereits hochgeschätzt. Nach dem Ende des Römischen Reiches gestaltete sich das Schicksal Apuliens wechselhaft, und erst im hohen Mittelalter ging es mit der Region wieder bergauf. Seine Blütezeit erlebte Apulien unter der Herrschaft der Normannen und Staufer vom 11. bis 13. Jahrhundert: Eine fortschrittliche Verwaltung, religiöse Toleranz und wirtschaftliche Prosperität machten das Land zu einem der modernsten Staaten der damaligen Zeit. Mit dem Ende der Stauferherrschaft setzte jedoch ein langsamer Niedergang ein, der durch ein Nachlassen der Wirtschaftskraft und eine gewisse kulturelle Stagnation gekennzeichnet war. Frankreich und Spanien stritten sich nun um die Macht in Süditalien und trugen ihre Kämpfe hauptsächlich auf dem Rücken der verarmten Landbevölkerung aus. Auch nach der Einigung Italiens im 19. Jahrhundert gingen die Probleme weiter, weshalb nicht wenige Apulier ihre Heimat verließen und auswanderten. Trotz aller Umbrüche und Schwierigkeiten wurde der Weinbau in Apulien die ganzen Jahrhunderte hindurch fortgeführt – allerdings ohne dass die hiesigen Erzeugnisse besondere Aufmerksamkeit gefunden hätten. Nach der Reblauskatastrophe dominierte jahrzehntelang der Massenweinbau, bis die einfachen, plumpen Alltagsweine schließlich kaum noch absetzbar waren. Doch erst ab den 1980er-Jahren setzte in der hiesigen Weinwirtschaft ein Umdenken ein: Viele Winzer entschlossen sich nun, fortan Weine höherer Qualität zu produzieren. Sie verbesserten ihre Kellertechnik und widmeten sich verstärkt den einheimischen Rebsorten Apuliens, womit sie das Profil ihrer Weinbauregion schärfen und sich von anderen Anbaugebieten abheben konnten. Heute genießen apulische Weine in der Fachwelt sehr viel Anerkennung und haben auch bei einem breiteren Publikum deutlich an Bekanntheit gewonnen.

Klima in Apulien

Das Klima in Apulien ist mediterran geprägt – mit heißen, trockenen Sommern und milden, mitunter regenreichen Wintern. Da die gesamte Region verhältnismäßig flach ist, ergeben sich nur geringe klimatische Unterschiede zwischen den einzelnen Weinbauzonen. So ist es zum Beispiel in den Murge – einer Hügelkette im Landesinneren – im Sommer nicht ganz so heiß wie im Rest der Region, wo die Temperatur tagsüber leicht auf vierzig Grad steigen kann. Auch auf der großen Halbinsel Salento – dem ganz im Südosten gelegenen „Absatz“ des italienischen „Stiefels“ – herrscht eine etwas kühlere Witterung. Der Grund ist der mäßigende Einfluss des Meeres, denn anders als in den nördlicheren Bereichen Apuliens ist das Land hier von zwei Seiten vom Mittelmeer umgeben: im Osten vom Adriatischen und im Westen vom Ionischen Meer. Dieses Klima gilt als sehr geeignet für den Qualitätsweinbau, weshalb die Tropfen aus Salento unter Kennern als die besten apulischen Weine gelten.

Rebsorten

Autochthone, das heißt einheimische Rebsorten spielen in Apulien eine wichtige Rolle. Daneben werden auch noch einige gesamtitalienische sowie internationale Varietäten kultiviert.

Frankreich3

Die wichtigsten Traubensorten

Apulien3

Rote Rebsorten

  • Negroamaro
  • Primitivo
  • Uva di Troia
  • Sangiovese
  • Montepulciano
  • Malvasia Nera

Weiße Rebsorten

  • Bombino Bianco
  • Verdeca
  • Bianco d’Alessano
  • Trebbiano
  • Bianco d’Alessano
  • Trebbiano
  • Chardonnay
  • Malvasia Bianca

Qualitätsstufen

Das italienische Qualitätssystem wurde in den 1960er-Jahren geschaffen und ab den 1980ern modernisiert und weiter ausdifferenziert. Seitdem werden vier Qualitätsstufen unterschieden: Die unterste Stufe bildet der Tafelwein – der „Vino da Tavola“. Ihm folgt der Landwein, der mit der Bezeichnung „Indicazione Geografica Tipica“ (IGT) versehen wird. Auf der dritten Stufe steht der Qualitätswein mit kontrollierter Herkunftsbezeichnung, der auf dem Flaschenetikett durch das Kürzel DOC („Denominazione di Origine Controllata) kenntlich gemacht wird. An der Spitze der Qualitätspyramide schließlich steht der Qualitätswein mit kontrollierter und garantierter Ursprungsbezeichnung („Denominazione di Origine Controllata e Garantita“ – DOCG). In Apulien werden viele IGT-Weine erzeugt, die mitunter von sehr hoher Qualität sein können. Die Winzer wählen diese Kategorie gern für ihre Produkte aus, weil sie dann bei der Weinbereitung mehr Freiheit haben als unter den strengen DOC-Vorschriften. Der Anteil der DOC-Weine an der apulischen Gesamtproduktion ist daher auch sehr gering – er liegt nur bei etwa fünf Prozent.

Anbaugebiete

Die bekanntesten Anbauzonen Apuliens liegen im Südosten der Region, wobei die große Halbinsel Salento ein besonders hohes Ansehen genießt, da von hier einige der besten Weine der Region kommen.

Die großen Anbauregionen

Die wichtigsten Anbauzonen im Nordwesten und in der Mitte:

  • San Severo
  • Cerignola
  • Barletta
  • Trani
  • Castel del Monte
  • Gioia del Colle

Die wichtigsten Anbauzonen auf der Halbinsel Salento:

  • Martina Franca
  • Locorotondo
  • Manduria
  • Salice Salentino
  • Squinzano
  • Copertino
  • Leverano