Syrah/Shiraz

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Syrah/Shiraz

Kraftvoller Globetrotter aus dem Rhônetal.

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Wissenswerte Informationen

Die rote Rebsorte Syrah bzw. Shiraz weist eine augenfällige Besonderheit auf: Sie trägt zwei Namen, die in der Weinwelt fast gleichwertig nebeneinander benutzt werden. Der Grund hierfür ist darin zu suchen, dass die Sorte in den letzten Jahrzehnten vor allem durch zwei ganz unterschiedliche Weintypen zu ihrer heutigen Berühmtheit gelangt ist: die eleganten, würzig-tanninbetonten Syrah-Weine aus dem französischen Rhônetal und die mächtigen, fruchtig-weichen Shiraz-Weine aus Australien. Daneben sind inzwischen noch viele weitere Tropfen aus dieser Varietät getreten, die zum Beispiel in Südafrika und einigen anderen Regionen unter dem Namen Shiraz firmieren, während sich in den meisten übrigen Weinländern die französische Bezeichnung Syrah durchgesetzt hat.

Syrah

Herkunft und Geschichte

Um die Herkunft der Syrah/Shiraz-Traube ranken sich zahlreiche Legenden, die vor allem auf die verschiedenen Namen der Varietät anspielen. Eine dieser Geschichten besagt zum Beispiel, dass die Truppen des römischen Kaisers Probus, die im 3. Jahrhundert nach Christus an die Rhône kamen, die Rebe aus der sizilianischen Stadt Syrakus hierher mitgebracht hätten – daher stamme der Name Syrah. So spannend und sagenhaft sich solche Legenden auch anhören mögen: Die Realität sieht weitaus nüchterner aus. In den 1990er-Jahren wurde das Erbgut der Syrah-Traube durch verschiedene gentechnische Untersuchungen entschlüsselt und mit anderen Varietäten verglichen, um die Vorfahren der Rebe zu ermitteln. Demnach handelt es sich bei den Eltern von Syrah um zwei wenig bekannte alte Rebsorten, die beide in der Nähe des nördlichen Rhônetals zuhause sind. Es ist deshalb davon auszugehen, dass auch die Syrah-Traube in der Umgebung der oberen Rhône entstanden ist und keineswegs aus einer weiter entfernt gelegenen Gegend stammt. Der Anbau von Syrah blieb zunächst auf den Bereich des nördlichen Rhônetals beschränkt, und die Traube und ihre Produkte fanden außerhalb dieser Region lange Zeit kaum Beachtung. Erst im 18. und frühen 19. Jahrhundert wurden Weinfreunde innerhalb und außerhalb Frankreichs verstärkt auf diese Tropfen aufmerksam. Im Jahre 1832 gelangte die Rebe dann auch nach Australien, wo sie sich innerhalb weniger Jahrzehnte unter den Synonymen Shiraz und Hermitage zu einer der wichtigsten Varietäten der damaligen britischen Kolonie entwickelte. Doch durch die Reblauskatastrophe und verschiedene krisenhafte Entwicklungen geriet die Sorte sowohl in Australien als auch in Frankreich bald darauf fast in Vergessenheit. Erst, nachdem sie in den 1970er-Jahren durch einige Weinkritiker und dann auch durch die Konsumenten wiederentdeckt worden war, begann der beeindruckende Siegeszug der Syrah/Shiraz-Rebe, der bis heute anhält. Zu diesem Erfolg trugen insbesondere die Australier in hohem Maße bei, die „ihren“ Shiraz in den 1980er-Jahren zu einer Art Nationalrebsorte aufbauten und damit sehr viel Aufmerksamkeit auf die charaktervolle Varietät lenkten.

Charakter

Weine auf Syrah/Shiraz-Basis zeichnen sich durch eine komplexe Aromatik und eine kräftig-muskulöse Grundstruktur aus. Ihre geschmackliche Bandbreite reicht von strengen, tanninbetonten Tropfen bis hin zu fruchtig-weichen Exemplaren. Syrah- bzw. Shiraz-Weine leuchten im Glas meist in einem tiefen Dunkelrot. In Mund und Nase zeigen sie ein großes Spektrum von Aromen, die je nach Herkunftsregion, Ausbauart und Alter des Weines leicht variieren können. Als prägnantestes Syrah-Merkmal wird meist das Aroma von schwarzem Pfeffer hervorgehoben; aber auch Noten dunkler Beerenfrüchte wie Brombeere und schwarze Johannisbeere gelten als typisch für diese Rebsorte. Bei manchen Tropfen nimmt man darüber hinaus auch Anklänge an Veilchen, Pflaumen oder schwarze Kirschen wahr. Mit fortschreitender Reife wird die Aromatik von Syrah/Shiraz-Weinen dann immer komplexer: Sie zeigen nun zusätzlich noch würzige, erdige und sogar leicht animalische Noten, die an Lakritz, Tabak, Trüffeln oder Leder erinnern. Wurde der Wein in Barriquefässern ausgebaut, können auch Töne auftreten, die an Kaffee, Schokolade, Rauch oder Zedernholz denken lassen. Die meisten Syrah- und Shiraz-Weine sind gehaltvoll und körperreich. Sie wirken aber nicht schwer und behäbig, sondern eher kraftvoll und energisch, so dass man diesen Weinen zuweilen einen geradezu „männlichen“ Charakter nachsagt.

Syrah

Anbaugebiete

Die seit einigen Jahrzehnten zu verzeichnende Erfolgsgeschichte der Syrah/Shiraz-Traube wurde und wird vor allem in Frankreich und Australien, darüber hinaus aber auch noch in zahlreichen anderen Staaten geschrieben. Dabei sind es insbesondere die Produzenten der überseeischen Weinländer, die sich der edlen Rebsorte in verstärktem Maße widmen, während sich die Europäer etwas zurückhaltender zeigen. Wie dem auch sei: Rund um den Globus hat man die mit dieser Traube bestockten Rebflächen seit den 1990er-Jahren jedenfalls enorm vergrößert, und Syrah/Shiraz ist daher in der Liga der weltweit meistangebauten Edelrebsorten ganz vorne mit dabei.