Sauvignon Blanc

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Sauvignon Blanc

Unter den internationalen Edelreben ist Sauvignon Blanc weltweit die zweitwichtigste weiße Sorte; nur die Chardonnay-Traube ist noch erfolgreicher. Ausgehend von Frankreich – und hier insbesondere von der Loire und dem Bordeaux-Gebiet – hat sich Sauvignon Blanc ab den späten 1960er-Jahren diesen herausgehobenen „Platz“ erobert. Die Sorte bringt charaktervolle, säurebetonte Weine mit ausgeprägter Aromatik hervor, die aufgrund ihrer Frische und Fruchtigkeit bei vielen Weinfreunden sehr beliebt sind.

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Geschichte und Herkunft

Aufgrund der Vielzahl von Namen, die es für diese Traube gibt, nimmt man an, dass es sich bei Sauvignon Blanc um eine sehr alte Rebsorte handelt, zumal ihre genaue Herkunft unbekannt ist. Das erste Mal schriftlich erwähnt wurde sie erst im 18. Jahrhundert – zunächst im Bordeaux- Gebiet und später dann auch an der Loire – zwei Gegenden, die noch heute wichtige Anbauschwerpunkte der Sauvignon-Blanc-Rebe bilden. Im 19. Jahrhundert gelangte die Traube dann auch in andere Länder: Mitte des 19. Jahrhunderts wurde sie zusammen mit weiteren französischen Rebsorten nach Chile gebracht, und im Jahre 1880 tauchte sie auch in Nordamerika auf. In Teilen Österreichs und Norditaliens war sie ebenfalls seit Ende des 19. Jahrhunderts vertreten. Auch in Deutschland gab es bereits im 19. Jahrhundert einige Sauvignon-Rebflächen, doch kam der Anbau hier in späterer Zeit wieder zum Erliegen. Insgesamtsollte es noch einige Jahrzehnte dauern, bis die bis dato nicht allzu bekannte französische Sorte stärker ins Rampenlicht trat. Ab den späten 1960er-Jahren kam es dann jedoch sogar plötzlich zu einer regelrechten Sauvignon-Blanc-Modewelle. Seinen Ausgang nahm dieser Trend in Frankreich, wo ein aus Sauvignon Blanc produzierter Loire-Wein namens „Sancerre“ damals sehr en vogue war. Insbesondere aus den Pariser Bistros, Szene-Lokalen und Restaurants waren diese Tropfen bald nicht mehr wegzudenken. Sie bildeten das weiße Gegenstück zu einem anderen Modewein der damaligen Zeit – dem hellroten Beaujolais. Von Frankreich ausgehend eroberte sich Sauvignon Blanc nun rasch einen führenden Platz in der internationalen Weinwelt. Insbesondere Freunde bouquetreicher Tropfen fanden rasch mehr und mehr Gefallen an der aromastarken Sorte, und entsprechend stieg die globale Nachfrage und das Interesse an der Traube. Überall dort, wo es bereits Sauvignon-Blanc-Bestände gab, wurden diese nun stark vergrößert; und in denjenigen Ländern, wo die Sorte bislang nicht angebaut wurde, begann man jetzt ebenfalls mit ihrer Kultivierung. Insbesondere in den jungen überseeischen Weinnationen wie den USA, Chile oder Neuseeland konnte Sauvignon Blanc bald einen großen Anteil am jeweiligen Rebsortenspiegel erlangen. Die Neue-Welt-Winzer entwickelten die von der Loire und aus Bordeaux bekannten Weintypen weiter und stellten diesen Tropfen bald eigene Sauvignon-Stilrichtungen an die Seite, die ihrerseits in der Folgezeit weitere Modifikationen und Verbesserungen erfuhren. Heute können Weinfreunde in aller Welt aus einer großen Vielfalt an Sauvignon-Blanc-Varianten wählen, die beweisen, was alles in dieser feinen Rebsorte steckt.

Landschaft

Anbaugebiete

Die Sauvignon-Blanc-Rebe ist heute in zahlreichen Ländern zuhause. In Europa wird sie vor allem in Frankreich, aber auch weiter im Osten und Süden des Kontinents angebaut. In Übersee ist sie in den meisten bedeutenden Weinländern vertreten und hat es insbesondere in Neuseeland zu großem Ruhm gebracht. Wie bereits erwähnt, gedeiht die Traube besonders gut in eher kühleren Anbaugebieten. Deshalb bringt sie in Weinländern, in denen ein sehr warmes oder sogar heißes Grundklima herrscht, meist nur in kälteren oder hoch gelegenen Gegenden erstklassige Produkte hervor.

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Charakter

Obwohl es mittlerweile eine Vielzahl unterschiedlichster Weintypen auf Sauvignon-Blanc-Basis gibt, ist den meisten dieser Tropfen doch eines gemeinsam: ihre intensiven fruchtig-vegetabilen Aromen, die an Stachelbeere, grüne Paprika, Zitrusfrüchte oder Gras erinnern.

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Diese Noten zeigen sich bereits im Bouquet, dem Geruchseindruck eines Weines, und setzen sich dann am Gaumen fort. Dieser charakteristische, kräftige Duft und Geschmack macht es selbst Weineinsteigern relativ leicht, Sauvignon- Blanc-Weine durch bloßes Schnuppern und Probieren als solche zu identifizieren. Wahrscheinlich ist es zum einen dieser aromastarke Auftritt, zum anderen aber sicherlich auch das hohe Qualitätspotenzial der Trauben, die zusammen genommen Sauvignon Blanc zu einer der erfolgreichsten weißen Rebsorten der letzten Jahrzehnte werden ließen.