Möchten Sie mehr über Sangiovese-Weine erfahren?
Steigen Sie jetzt in das Weinseminar Wissensdurst ein. Erfahren Sie alles über Sangiovese-Weine. Lernen Sie die typischen Aromen von Sangiovese-Weinen kennen und genießen Sie köstliche Tropfen dazu.
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Die Sangiovese-Traube gehört zu den hochwertigsten Varietäten Italiens und ist rein quantitativ betrachtet sogar die bedeutendste rote Rebsorte des Landes. Vor allem in der Toskana bildet sie die Basis ganz unterschiedlicher Weintypen, deren Bandbreite von unkomplizierten Alltagsweinen bis hin zu absoluten Spitzenprodukten reicht. Hier eine Auswahl unserer besten Weine der Rebsorte Sangiovese:
Am bekanntesten ist Sangiovese als Basisrebsorte der populären Chianti-Weine. Des Weiteren werden aus dieser Traube so edle Berühmtheiten wie Brunello di Montalcino und Vino Nobile di Montepulciano sowie zahlreiche so genannte „Super-Toskaner“ hergestellt. Die erste schriftliche Erwähnung der Sangiovese-Traube stammt aus dem Jahre 1722. Doch die Geschichte dieser Rebsorte reicht noch sehr viel weiter zurück. Man nimmt nämlich an, dass sie bereits dem antiken Volk der Etrusker bekannt war, die die Sorte in ihrem damaligen Siedlungsgebiet, der Toskana, kultivierten. Als gesichert gilt, dass der Sangiovese-Anbau später von den Römern fortgeführt wurde, denn der Name „Sangiovese“ leitet sich von den lateinischen Worten „Sanguis Iovis“ („Blut Jupiters“) ab. Im Laufe der Jahrhunderte entstanden dann durch Selektion und Anpassung zahlreiche lokale und regionale Spielarten der Sangiovese-Rebe, die teilweise auch eigenständige Namen wie „Brunello“ oder „Morellino“ erhielten. Das große Potenzial der Sangiovese-Traube wurde allerdings erst in den vergangenen Jahrzehnten voll erkannt, als die Qualitätsverbesserungen im italienischen Weinbau auch bei dieser Varietät zur Anwendung kamen: Durch die gezielte Auswahl hochwertiger Rebklone, eine konsequente Ertragsbegrenzung und moderne Weinbereitungsmethoden wurde deutlich, dass Sangiovese sehr elegante, dichte und aromatische Weine hervorzubringen vermag, die inzwischen auch in der internationalen Fachwelt große Anerkennung finden.
Wenn Sangiovese-Trauben voll ausreifen können – was leider nicht immer der Fall ist, weil die Sorte von Natur aus sehr spät reift – ergeben sie fruchtige, säurebetonte Rotweine, die mit einem mittelschweren Körper und einem festen, aber unaufdringlichen Tanningerüst ausgestattet sind. Sangiovese-Weine schimmern im Glas meist in einem leuchtenden Rubinrot und zeigen manchmal leichte orangefarbene Reflexe. Sehr konzentrierte Spitzenprodukte wie zum Beispiel Brunello di Montalcino können allerdings auch um einiges dunkler ausfallen. Die sortentypischen Sangiovese-Aromen wirken dezent und fein: Ihre Palette reicht von fruchtigen Komponenten wie Beerenfrüchten, Kirsche und Pflaume über zarte Veilchen-Noten bis hin zu Kräutern, Gewürzen und abgeriebener Orangenschale. Wurde der Sangiovese im Barrique ausgebaut, kommen auch noch die hierfür typischen Aromen wie Vanille, Eiche, Toast oder Kaffee hinzu. Sehr lang gereifte Sangiovese-Weine können darüber hinaus auch noch interessante Nuancen von Leder, Tabak und Teer entwickeln. Insgesamt ist die geschmackliche Bandbreite der Rebsorte recht groß. Das liegt zum einen an den zahlreichen verschiedenen Rebklonen, die in den italienischen Weinbergen bislang zum Einsatz kommen, und zum anderen auch daran, dass die Sangiovese-Traube auf unterschiedliche Klima- und Bodenbedingungen geschmacklich sehr stark „reagiert“.
Sangiovese ist die wichtigste Rebsorte der Toskana. Sie findet hier optimale Bedingungen, was Klima, Lagen und Böden betrifft, und die Winzer können auf eine jahrhundertelange Erfahrung mit dieser Traube zurückblicken. In der Region zwischen Pisa, Florenz und Siena ist Sangiovese vor allem als Basisrebsorte der populären Chianti-Weine von Bedeutung. Nachdem dieser traditionsreiche Weintyp Mitte des 20. Jahrhunderts auf die Stufe eines einfachen Alltagsweins herabgesunken war, wurde er während der letzten Jahrzehnte durch konsequente Qualitätsbemühungen auf eine neue Grundlage gestellt. Die meisten modernen Chiantis sind heute Cuvées, in denen die Sangiovese-Traube zu mindestens 75 Prozent enthalten sein muss oder sogar reinsortig verarbeitet wird. Weitere berühmte Sangiovese-Weine aus der Toskana sind Brunello di Montalcino und Vino Nobile di Montepulciano. Während es sich beim Brunello um einen sehr konzentrierten, körperreichen Rotwein handelt, fällt der Vino Nobile nicht ganz so elegant und dicht aus. Auch in den Appellationen Carmignano und Morellino di Scansano ist Sangiovese die Hauptrebsorte angesehener Qualitätsweine. Eine größere Rolle spielt die Traube schließlich auch noch in den so genannten „Super-Toskanern“ – das sind hochwertige Cuvées mit internationalen Rotweinsorten, die seit einigen Jahrzehnten unter Beweis stellen, dass die Toskana zu den Weinbauregionen der absoluten Spitzenklasse zählt. Das Hauptanbaugebiet für Sangiovese ist zwar die Toskana, doch wird die Sorte auch noch in anderen mittelitalienischen Regionen kultiviert – vor allem in Latium, Umbrien, den Marken und der Emilia-Romagna. Außerhalb Italiens wird die Sangiovese-Rebe dagegen bisher nur wenig angebaut. Dabei sind es interessanterweise vor allem die Weinländer in Übersee, die sich der edlen Traube annehmen, während die europäischen Weinnationen eher wenig Interesse zeigen. In Kalifornien und Argentinien zum Beispiel hat der Sangiovese-Anbau bereits eine längere Tradition, die im 19. Jahrhundert durch italienische Einwanderer begründet wurde. Auch in Australien wird die Sorte in einigen Gegenden recht erfolgreich kultiviert. Allerdings sind die mit Sangiovese bepflanzten Flächen in allen diesen Ländern noch recht klein. Insgesamt ist aber davon auszugehen, dass die hohe Qualität der modernen italienischen Sangiovese-Weine dazu beitragen wird, dass die feine Sorte auch noch in anderen Ländern eine größere Zukunft vor sich hat.