Grenache / Garnacha

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Wein aus der Rebsorte Grenache / Garnacha

Die rote Rebsorte Grenache/Garnacha gehört neben Merlot und Cabernet Sauvignon zu den meistangebauten Rotweinsorten der Welt. Sie ist vor allem in Frankreich und Spanien weit verbreitet, aber auch auf der italienischen Mittelmeerinsel Sardinien, wo sie traditionell Cannonau genannt wird. Neben fruchtig-opulenten Rotweinen werden aus Grenache/Garnacha auch frische Rosés sowie feine Süßweine gewonnen.

Hier eine Auswahl unserer besten Weine aus der Rebsorte Grenache:

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Geschichte über die Rebsorte Grenache

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Die ursprüngliche Herkunft der Rebsorte Grenache/Garnacha ist umstritten. Die meisten Fachleute sind zwar der Ansicht, dass sie aus der nordspanischen Region Aragonien stammt, andere Experten sehen aber mehr Hinweise dafür, dass die Sorte ursprünglich von der heute zu Italien gehörenden Insel Sardinien kommt. Diese Gegenden liegen zwar relativ weit auseinander, gehörten im späten Mittelalter allerdings beide zum historischen Königreich Aragonien, das vom 12. bis 16. Jahrhundert große Teile des westlichen Mittelmeerraums umfasste. Als dieses Reich sich auflöste, hatte sich die Grenache-Traube bereits im gesamten aragonesischen Staatsgebiet verteilt und war in der Mehrzahl ihrer heutigen europäischen Verbreitungsgebiete heimisch geworden: im Norden und Osten Spaniens ebenso wie im Süden Frankreichs, des Weiteren auf der Insel Sardinien sowie auf Teilen des italienischen Festlands. In der Folgezeit konnte sie sich in den meisten dieser Gebiete problemlos halten und wurde bald auch in Zentralspanien und weiteren südfranzösischen Regionen angebaut. Im 19. Jahrhundert wurde die Grenache-Rebe dann auch nach Kalifornien und Australien gebracht. Vor allem in Australien konnte sie sich in den nächsten Jahrzehnten sehr erfolgreich etablieren und stieg hier vorübergehend sogar zu einer der meistkultivierten Rebsorten auf. Generell erlebte Grenache/Garnacha aufgrund ihrer Robustheit und reichen Erträge nach der Reblauskatastrophe einen weltweiten Anbau-Boom. Allerdings fand sie nur in wenigen Gegenden wie der nordspanischen Region Rioja oder der südfranzösischen Appellation Châteauneuf-du-Pape Eingang in höherwertige Weine. Als dann ab den 1980er-Jahren der Weinbau in Spanien und Südfrankreich eine umfassende Qualitätsrevolution durchlief, wurde Grenache/Garnacha fast überall als Massenträgersorte eingestuft und in großem Stil gerodet und durch andere Rebsorten ersetzt. Seit einigen Jahren ist allerdings auf der ganzen Welt eine Wiederentdeckung und Neueinschätzung der Grenache-Rebe zu beobachten. Die wichtigste Ursache für diese Entwicklung ist wohl der Aufstieg der nordspanischen Weinbauregion Priorat, deren Renommee vor allem auf hervorragenden Rotweinen basiert, die von sehr alten Garnacha-Reben gewonnen werden.

Charakter der Rebsorte Grenache

Grenache/Garnacha ergibt fruchtige, körperreiche Weine mit hohem Alkoholgehalt. Da viele von ihnen aber nur relativ wenig Farbe, Säure und Tannin enthalten, werden sie häufig mit anderen Rebsorten zu hochwertigen Rotwein-Cuvées verarbeitet, in denen die Eigenschaften der verschiedenen Varietäten optimal aufeinander abgestimmt sind. Reinsortige Grenache/Garnacha-Weine schimmern im Glas meist in einem hellen bis leuchtenden Rubinrot; Produkte, die aus dem Traubengut älterer Rebstöcke hergestellt wurden, können aber auch wesentlich dunkler ausfallen. Grenache-Cuvées, in denen die Sorte mit farbstärkeren Varietäten verbunden ist, zeigen meist ebenfalls einen dunkleren Ton. Das Bouquet von Grenache/Garnacha ist mittelstark ausgeprägt und erinnert an frische rote Früchte – vor allem an Erdbeeren und Himbeeren. Zusammen mit Noten von Kirschen und Pflaumen finden sich diese Aromen auch am Gaumen wieder. Hochwertige und gereifte Tropfen zeigen außerdem Noten von Beerenfrüchten, Mocca und dunkler Schokolade, zuweilen ergänzt um Anklänge von Tabak, Gewürzen und mediterranen Kräutern. Ansonsten präsentieren sich Grenache-Weine im Mund sehr saftig und reichhaltig, was auch auf ihren relativ hohen Alkoholgehalt zurückzuführen ist. Sie verfügen meist über nur wenig Säure, dafür aber über eine feine Süße, was sie zu wahren Gaumenschmeichlern macht. Ihre Tannine sind häufig nur gering bis mäßig ausgeprägt und wirken insgesamt sehr weich und geschmeidig. Qualität und Charakter von Grenache/Garnacha-Weinen hängen stark von der natürlichen Umgebung im Weinberg ab. Ist die Rebe hier zum „Kämpfen“ gezwungen, indem man sie großer Trockenheit, Hitze und auch Wind aussetzt, so erbringt sie nur wenig Traubengut, das aber meist aus sehr hochwertigen, extraktreichen Früchten besteht. Ein guter Kellermeister keltert daraus konzentrierte, intensiv schmeckende Rotweine mit langer Lagerfähigkeit. Auch das Alter der Rebstöcke spielt eine wichtige Rolle. Je älter die Pflanzen sind, desto geringer fallen im Allgemeinen die Erträge aus und desto dichter, vielschichtiger und tanninbetonter schmecken die daraus gewonnenen Weine. Wenn Sie auf dem Etikett eines Grenache-Weins also den Hinweis finden, dass er von alten Reben stammt, können Sie dies als eine Art Gütesiegel betrachten. Aufgrund ihrer Fruchtigkeit wird Grenache nicht nur zu opulenten Rotweinen, sondern auch zu frischen und zugleich gehaltvollen Roséweinen verarbeitet – vor allem in Spanien und Südfrankreich. Ihre Süße und ihrer hoher Alkoholgehalt prädestinieren die Sorte darüber hinaus auch für die Erzeugung hochwertiger Likörweine mit langer Lagerfähigkeit.

Anbaugebiete

Obwohl die Grenache/Garnacha-Traube eine der meistangebauten Rebsorten der Welt ist, wird sie in nur in zwei Weinländern in wirklich großem Stil kultiviert: Frankreich und Spanien. Eine weitere wichtige Anbauregion ist die italienische Mittelmeerinsel Sardinien, wo die Rebe Cannonau genannt wird. Der Rest ihrer Anbaufläche verteilt sich auf zahlreiche Weinländer in Südeuropa und Übersee, deren Grenache-Bestände allerdings meist (noch) recht klein sind. Von der Qualität her können die entsprechenden Weine mit ihren Kollegen aus Frankreich und Spanien aber durchaus mithalten, so dass es sehr interessant ist, sich auch mit Grenache-Produkten aus Südafrika, Australien oder den USA zu beschäftigen.