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Wein stellt unter allen alkoholischen Getränken eine Ausnahmeerscheinung dar. Kein anderes übt eine vergleichbare Faszination aus, und kein anderes hat Kulturen, Landschaften und Künste so beeinflusst und geprägt wie der Wein.

Geschichte:

Schon in der Bibel ist vom Wein die Rede, und archäologische Funde beweisen, dass die Menschen bereits vor über 6.000 Jahren Reben kultivierten und aus deren Trauben Wein erzeugten. Nachdem die Schwerpunkte der Weinproduktion in der Antike vor allem im Mittelmeerraum sowie im vorderen Orient lagen, verlagerten sie sich im Mittelalter immer stärker nach West- und Mitteleuropa. Seit dem 16. Jahrhundert wird Wein auch in der Neuen Welt erzeugt. Dort waren es zunächst vor allem europäische Einwanderer, die sich mit dem Rebanbau befassten und den Wein in ihrer neuen Heimat einbürgerten. Im Zuge der Globalisierung interessieren sich heute aber auch immer mehr Menschen aus anderen Kulturen für Wein, dessen Produktion zum Beispiel auf dem asiatischen Kontinent sicherlich noch eine große Zukunft vor sich hat.

So wird Wein erzeugt:

Wein wird im Allgemeinen aus den Trauben der europäischen Kulturrebe (Vitis vinifera) gewonnen. Dabei wird der im Saft der reifen Früchte enthaltene Zucker mittels spezieller Hefepilze vergoren, das heißt in Alkohol umgewandelt. Ab einem Alkoholgehalt von etwa 15 Prozent kommt dieser Vorgang zum Stillstand, so dass eventuell noch vorhandener Zucker dem Wein eine gewisse Süße gibt. Darüber hinaus enthält er auch noch Säure, Aromastoffe sowie Mineralien, Farb- und Gerbstoffe (Tannine). Nach der Gärung ist der Wein noch längst nicht trinkfertig, sondern muss erst längere Zeit reifen, bevor er geklärt und abgefüllt werden kann.
Je nach Farbe, Süße, Alkoholgehalt und Konsistenz werden verschiedene Arten von Wein unterschieden. Die größte Bedeutung haben Stillweine mit roter, weißer und rosa Farbe sowie die moussierenden Schaumweine.

Die wichtigsten Weinländer:

Obwohl es rund um den Globus immer mehr Länder gibt, in denen Wein erzeugt wird, haben einige Staaten bis heute einen besonders herausgehobenen Status inne.

Frankreich ist das klassische Weinland Europas. Hier liegen die berühmten Anbaugebiete Burgund und Bordeaux, deren Weine bereits seit mehreren Jahrhunderten einen erstklassigen Ruf genießen. Aber auch andere Anbauregionen wie die Champagne, das Loire- oder das Rhônetal haben mit ihren feinen Tropfen zum Ruhm der französischen Weine beigetragen.

Spanien ist der Staat mit der größten Weinbaufläche der Welt und kann auf eine über 3.000 Jahre alte Weinbautradition zurückblicken. Lange Zeit genossen nur die Produkte aus der nordspanischen Region Rioja großes Renommee, doch mittlerweile werden auch in vielen anderen Gegenden Spaniens sehr hochwertige Weine hergestellt.

Wie Frankreich und Spanien gehört auch Italien zu den größten Weinländern der Welt. Das italienische Alltagsleben ist bereits seit der Antike stark vom Wein geprägt, allerdings konnte sich eine gehobene Weinkultur hier erst relativ spät durchsetzen. Heute werden in fast allen Regionen gute Weine produziert, wobei hier diverse Mikroklimata und unterschiedliche lokale Traditionen für eine große Vielfalt von Weintypen sorgen.

In Deutschland können Weinreben nur in klimatisch besonders begünstigten Gegenden gut gedeihen, weshalb die meisten Anbaugebiete im Westen und Südwesten des Landes liegen. Nachdem deutsche Weine bereits im 19. Jahrhundert einen erstklassigen Ruf hatten, dann aber an Renommee verloren, erfreuen sie sich heute in aller Welt wieder zunehmender Beliebtheit.

Etwa 90 Prozent der US-amerikanischen Rebflächen befinden sich im Bundesstaat Kalifornien, wo sie in den Genuss eines meist mediterran geprägten Klimas kommen. Die kalifornische Weinwirtschaft ist sehr dynamisch und innovativ und bietet ihren Kunden eine riesige Produktpalette an.

Chile ist das bekannteste Weinland Südamerikas. Begründet wurde der Rebanbau hier im 16. Jahrhundert durch spanische Kolonisatoren, die Wein zunächst nur für den Eigenbedarf produzierten. Später entwickelte sich Chile zu einem wichtigen Exporteur von Qualitätsweinen und hat sich damit insbesondere seit den 1980er-Jahren einen sehr guten Namen gemacht.

Bereits vor 350 Jahren begannen holländische Siedler am Kap der Guten Hoffnung mit dem Rebanbau. Aufgrund der wechselvollen Geschichte Südafrikas erlebte die hiesige Weinwirtschaft später viele Höhen und Tiefen. Seit der Aufhebung der Apartheid hat sie sich jedoch rasch modernisiert und bringt nun ausgezeichnete Produkte mit internationalem Qualitätsniveau hervor.

Im fernen Australien wird erst seit etwa 200 Jahren Rebanbau betrieben. Einwanderer aus den verschiedensten europäischen Staaten haben es geschafft, hier eine junge und lebendige Weinkultur zu etablieren, deren Produkte auf dem internationalen Markt sehr gut ankommen. Aufgrund ihrer unkomplizierten, fruchtbetonten Art sind sie besonders bei Weineinsteigern sehr beliebt.